Codex-Kontingente und Reset-Zeiten

Stand: 8. September 2026 · English

Was die ChatGPT/Codex-Karte ausliest, warum es genau zwei Fenster gibt und nicht eines je Modell, worin sich die zwei Arten Guthaben unterscheiden und woher die Reset-Zeit kommt.

Genau zwei Fenster — kein Modell-Split

Der Kontingentzustand, den die App für Codex führt, hat vier Bestandteile: ein Fünf-Stunden-Fenster, ein Wochenfenster, die Abostufe und ein Guthaben. Das ist die ganze Liste. Anders als auf der Claude-Seite gibt es kein Feld für modellbezogene Fenster, weil die Schnittstelle keines anbietet.

Wer also einen eigenen GPT-5-Balken neben einem Codex-Balken sucht oder ein modellspezifisches Unterlimit innerhalb des Wochenfensters: Das gibt es hier nicht. Etwas in dieser Art auf der Karte wäre Zierrat, keine Messung. Die zwei Fenster sind das Kontingent.

Zugeordnet über die Länge, nie über die Position

Die Antwort benennt ihre beiden Fenster als «primary» und «secondary», und diese Bezeichnungen sind positionsinstabil — das Fünf-Stunden-Fenster steht nicht verlässlich vorn. AI-Cockpit ignoriert die Reihenfolge deshalb vollständig und ordnet allein über die angegebene Fensterlänge zu: 300 Minuten ist das Fünf-Stunden-Fenster, 10 080 Minuten das Wochenfenster. Dieselbe Regel gilt für beide Quellen, den Live-Abruf wie den Rückfall auf die lokalen Protokolle, damit aus beiden dieselben Fenster herauskommen.

Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist keine. Die Zuordnung über die Position ist genau der Fehler, der zu einer Karte führt, die einen Wochenwert seelenruhig als Fünf-Stunden-Wert ausgibt.

Live-Zahlen seit Fassung 6.5

Seit 6.5 holt die Mac-App die Zahlen live bei https://chatgpt.com/backend-api/wham/usage, nach einer einmaligen Anmeldung in der App. Einen API-Schlüssel gibt es für diese Karte nicht. Die Anmeldung läuft als Gerätecode-Fluss, aber — als Warnung für alle, die das nachbauen — kein RFC 8628: Die Kennung heisst anders, die Anfragen tragen JSON statt Formulardaten, «noch nicht eingelöst» kommt als HTTP 403 oder 404 statt als Wartestatus, und das PKCE-Paar erzeugt der Server, nicht der Client. Das entstehende Token liegt im Schlüsselbund.

Der Live-Weg braucht keine Ordnerfreigabe

Ein verbreitetes Missverständnis: Die ChatGPT-Karte verlangt keine Ordnerfreigabe. Der Live-Weg liest den Schlüsselbund und sonst nichts — keine Datei, kein Verzeichnis, kein Zugriffsdialog.

Erst der Rückfall fasst die Platte an. Fehlt die Anmeldung oder schlägt der Abruf fehl, greift die App auf ein lokal installiertes Codex zurück und liest dessen Sitzungsprotokolle aus ~/.codex/sessions/. Dafür ist die Freigabe da, und sie gilt nur lesend. Wer sich in der App anmeldet, dem stellt sich die Frage gar nicht.

Zwei Arten Guthaben, bewusst getrennt

«Guthaben» bedeutet bei einem ChatGPT-Konto zweierlei, und die App wirft das nicht zusammen:

Beides wird höchstens alle fünf Minuten abgerufen. Es ist Beiwerk, nicht das Kernkontingent: Fällt einer der beiden Endpunkte weg oder ändert er seine Form, verschwindet die Zeile still, und die zwei Fenster arbeiten weiter.

Die Reset-Zeit

Jedes Fenster trägt seinen eigenen Reset-Zeitpunkt als Unix-Zeit, und die Karte zeigt ihn doppelt: relativ, damit man die Wartezeit sieht, und absolut, damit man danach planen kann. Eine reine Relativangabe hilft in dem Moment nicht mehr weiter, in dem man wissen will, ob sie vor oder nach einem Termin liegt.

Die Grenzen, offen gesagt

Auf iPhone und iPad

Die mobile App nutzt denselben Live-Weg mit derselben einmaligen Anmeldung. Was ihr fehlt, ist der Rückfall: Auf einem Telefon gibt es kein lokal installiertes Codex, also auch keine Sitzungsprotokolle zum Lesen. Ohne Anmeldung bleibt die Karte absichtlich leer.

Die kürzeren Antworten auf die benachbarten Fragen — warum eine Karte nichts zeigt, wo die Schlüssel liegen, was die App kostet — stehen auf der FAQ-Seite. Wie das Anmeldetoken abgelegt und behandelt wird, steht auf der Sicherheitsseite.