Claude-Limits überwachen
Stand: 8. September 2026 · English
Was die Claude-Karte wirklich ausliest, wie die Prognose gerechnet wird, wann sie warnt — und was sie nicht zeigen kann, weil die Schnittstelle es nicht herausgibt.
Zwei Fenster, dazu eines je Modell
Ein Claude-Abo läuft in zwei Fenstern gleichzeitig. Das kurze umfasst fünf Stunden (300 Minuten), das lange sieben Tage (10 080 Minuten). Beide kommen als Prozentwert dessen, was vom Fenster verbraucht ist, dazu der Zeitpunkt der Zurücksetzung. Die Karte zeigt beide, weil jedes von beiden dasjenige sein kann, das einen ausbremst: Ein dichter Nachmittag füllt das Fünf-Stunden-Fenster, während das Wochenfenster kaum angerührt ist.
Dazu kommen modellbezogene Wochenfenster — Opus zum Beispiel. AI-Cockpit liest sie als Liste, nicht als feste Felder: Jeder Eintrag, den die Schnittstelle als modellbezogenes Wochenlimit kennzeichnet, wird zu einem eigenen Fenster mit dem Modellnamen, den die Antwort mitliefert. Claude Code baut seine Zeile «Current week (Opus)» aus derselben Liste. Schickt die Schnittstelle keinen solchen Eintrag, erscheint auch kein solches Fenster — die App erfindet keines, nur damit die Stelle gefüllt ist.
Woher die Zahlen kommen
Aus einer einzigen Adresse: https://api.anthropic.com/api/oauth/usage.
Erreicht wird sie über die OAuth-Anmeldung, die in der App stattfindet, nicht über
einen API-Schlüssel — für diese Karte gibt es nichts einzutippen. Das entstehende
Token liegt im macOS-Schlüsselbund, auf iPhone und iPad im Schlüsselbund des Geräts.
Es verlässt das Gerät nur als Nachweis gegenüber Anthropic.
Eine undokumentierte Schnittstelle, offen gesagt
Anthropic veröffentlicht diesen Endpunkt nicht. Es gibt keine Referenzseite dazu, keine Zusage, dass die Form bleibt, und keine zugesicherte Abfragerate. Das gehört dazu, bevor man sich auf die Zahlen verlässt: Ändert Anthropic die Antwort, kann die Karte verstummen — und keine Sorgfalt auf dieser Seite verhindert das.
Was die App stattdessen tut: tolerant lesen. Auslastung, verbrauchte Prozent und schlichtes Prozent werden alle als dieselbe Angabe erkannt; eine Reset-Zeit wird sowohl als ISO-Zeitstempel wie als Unix-Sekunden angenommen; eine abweichende Schreibweise für ein Fenster reisst nicht die ganze Antwort mit. Und wenn Anthropic mit einer Drosselung antwortet, hält sich die App an die genannte Wartezeit, statt im gewohnten Takt weiterzufragen — sofort wieder anzuklopfen ist genau das, was eine Drosselung am Leben hält.
Wie die Prognose gerechnet wird
Die Prognose beantwortet eine einzige Frage: Wann läuft dieses Fenster voll, wenn es im Tempo der letzten anderthalb Stunden weitergeht? Dazu legt die App über die Messpunkte der letzten 90 Minuten eine Gerade nach der Methode der kleinsten Quadrate; das ergibt eine Rate in Prozentpunkten pro Stunde. Der Rest ist Arithmetik: verbleibende Stunden gleich Abstand zu 100 Prozent, geteilt durch diese Rate.
Vier Bedingungen halten das davon ab, zur Raterei zu werden:
- Der Verlauf muss eingeschaltet sein. Ohne gespeicherte Messpunkte gibt es nichts, wodurch sich eine Gerade legen liesse.
- Mindestens zwei Messpunkte über mindestens zehn Minuten. Darunter schwankt die Rate so stark, dass die Angabe irreführt.
- Messpunkte von vor der letzten Zurücksetzung fallen weg. Ein Fenster, das von 90 Prozent auf null fällt, würde sonst eine negative Steigung erzeugen und jede Warnung verschlucken.
- Über 24 Stunden hinaus wird nichts vorhergesagt. Jenseits eines Tages ist die Aussage wertlos, also macht die App keine — die Rate steht weiterhin da, nur kein Zeitpunkt.
Ein flacher oder fallender Verlauf bekommt ebenfalls keinen Zeitpunkt. Die Karte nennt zudem, auf wie vielen Messpunkten die Rate beruht — das ist die ehrliche Art zu sagen, wie viel Gewicht sie verdient.
Wann gewarnt wird
Die Farbschwellen sind nicht auf jedem Gerät dieselben, und das mit Absicht. Auf dem Mac wird ein Fenster bei 75 Prozent orange und bei 90 rot. Auf iPhone und Apple Watch sind es 80 und 95: Auf ein Telefon schaut man deutlich seltener als in eine Menüleiste, und eine Warnung, die zu früh kommt, wird zur Tapete.
Die Prognose kann zusätzlich melden, bevor ein Fenster voll ist. Das geschieht nur in einem schmalen Band — mehr als fünf Minuten und weniger als vier Stunden vorhergesagte Restzeit. Unter fünf Minuten ist es keine Vorwarnung mehr, über vier Stunden ist die Hochrechnung zu vage, um damit zu stören. Sie kommt einmal je Zyklus, nicht bei jeder Aktualisierung.
Was sie nicht zeigen kann
- Keinen Token-Verbrauch. Die Schnittstelle meldet Prozentwerte eines Fensters, keine verbrauchten Token. Alles Token-Förmige auf dieser Karte wäre erfunden.
- Keinen Verlauf vom Anbieter. Anthropic liefert den jetzigen Zustand und sonst nichts. Jede Kurve und jede Prognose beruht allein auf Messpunkten, die diese App auf Ihrem Gerät gesammelt hat.
- Nichts über die Kontoinhaberin. Die Antwort führt daneben Name und E-Mail-Adresse des Kontos. Beides wird nicht ausgewertet, nicht abgelegt und nirgends angezeigt.
- Die Abostufe steht in keinem Token. Das gespeicherte Token enthält Zugriffstoken, Erneuerungstoken, Ablaufzeit und Berechtigungen — mehr nicht. Auf dem Mac lässt sich die Stufe aus einer lokalen Claude-Code-Datei lesen; auf dem iPhone gibt es diese Datei nicht, dort kann die Plakette also schlicht fehlen. Eine fehlende Plakette ist keine kaputte Karte.
Die kurzen Antworten auf das, was hier am häufigsten nachgefragt wird — leere Karten, Schlüssel, Ordnerzugriff — stehen auf der FAQ-Seite. Was mit dem Anmeldetoken geschieht, was geprüft wurde und was nicht, steht auf der Sicherheitsseite.