EU AI Act (KI-Verordnung)
Kurz gesagtDer EU AI Act (Verordnung 2024/1689) ist das Gesetz der Europäischen Union, das KI-Systeme nach Risikostufe regelt; die Pflichten gelten in Etappen.
Einfach erklärt
Der AI Act ist eine Verordnung der Europäischen Union, veröffentlicht als Verordnung (EU) 2024/1689. Er folgt einem risikobasierten Ansatz: Je höher das Risiko eines KI-Systems, desto strenger die Regeln. Die Europäische Kommission nennt vier Kategorien:
- Unannehmbares Risiko: verbotene Praktiken.
- Hohes Risiko: erlaubt mit strengen Pflichten, etwa in Bereichen wie Personalauswahl, Bildung oder Biometrie.
- Transparenzrisiko: Pflichten, Menschen zu sagen, wenn sie es mit KI zu tun haben oder KI-erzeugte Inhalte sehen.
- Minimales oder kein Risiko: keine zusätzlichen Regeln.
Anbieter von KI-Modellen für allgemeine Zwecke, der Grundlage heutiger Chatbots, haben eigene Pflichten. Die Bussen für schwere Verstösse sind hoch (Artikel 99 auf EUR-Lex).
Warum es wichtig ist
Die Regeln greifen in Etappen. Nach der AI-Act-Seite der Kommission, geprüft am 26. Oktober 2026:
| Datum | Was gilt |
|---|---|
| 1. August 2024 | Der AI Act tritt in Kraft |
| 2. Februar 2025 | Verbotene Praktiken und Pflichten zur KI-Kompetenz |
| 2. August 2025 | Regeln für KI-Modelle für allgemeine Zwecke und Governance |
| 2. August 2026 | Allgemeine Anwendung, mit einigen Ausnahmen; Transparenzregeln ab August 2026 |
| 2. Dezember 2027 | Hochrisiko-Systeme in gelisteten Bereichen (Anhang III), gegenüber dem ersten Datum verlängert |
| 2. August 2028 | Hochrisiko-Systeme in regulierten Produkten (Anhang I), gegenüber dem ersten Datum verlängert |
Die späteren Hochrisiko-Termine stammen vom AI Omnibus, einem Vereinfachungspaket, das laut der Seite der Kommission seit dem 27. Juli 2026 in Kraft ist. Termine haben sich schon verschoben, prüfe also die Seite der Kommission und den offiziellen Text.
Für dich als Nutzer oder kleine Firma:
- KI-Kompetenz: Firmen, die KI einsetzen, sollen sicherstellen, dass Mitarbeitende genug wissen, um sie verantwortungsvoll zu nutzen.
- Transparenz: Sage Menschen, wenn sie mit KI zu tun haben, wo die Regeln es verlangen.
- Hochrisiko-Einsatz: KI zur Vorauswahl von Bewerbenden oder zur Beurteilung von Personen ist ein Hochrisiko-Bereich mit strengen Pflichten.
- Ausserhalb der EU: Der AI Act kann auch Anbieter und Nutzer in anderen Ländern erreichen, etwa in der Schweiz, wenn sie KI auf dem EU-Markt anbieten oder das Ergebnis eines KI-Systems in der EU genutzt wird.
Das ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Welche Pflichten für deine Firma gelten, hängt vom Einzelfall ab.
Beispiel
Eine Schweizer Firma beantwortet Kundenfragen mit einem Chatbot, auch von Kunden in Deutschland. Sie sagt, dass es eine KI ist, schult das Team und hält Personendaten aus Prompts heraus (siehe was nie in einen Chatbot gehört). Zudem will sie Bewerbende per KI-Werkzeug reihen. Das ist ein Hochrisiko-Bereich, darum prüft die Firma zuerst die Pflichten und lässt jede Entscheidung bei einer Person.
Häufige Irrtümer
- «Der AI Act verbietet Chatbots.» Tut er nicht. Er verbietet bestimmte Praktiken und setzt Pflichten nach Risikostufe.
- «Nur EU-Firmen sind betroffen.» Der AI Act reicht unter den Bedingungen seines Textes über die EU hinaus.
Fragen und Antworten
Wann gilt der EU AI Act?
Er trat am 1. August 2024 in Kraft. Verbotene Praktiken gelten ab 2. Februar 2025, Regeln für KI für allgemeine Zwecke ab 2. August 2025 und die allgemeine Anwendung ab 2. August 2026, mit späteren Terminen für Hochrisiko-Systeme.
Welche Risikoklassen kennt der AI Act?
Unannehmbares Risiko, hohes Risiko, Transparenzrisiko sowie minimales oder kein Risiko, laut Europäischer Kommission.
Gilt der EU AI Act für Schweizer Firmen?
Er kann gelten, wenn sie KI-Systeme auf dem EU-Markt anbieten oder das Ergebnis ihrer KI in der EU genutzt wird. Prüfe den Gesetzestext oder hole für deinen Fall Rechtsrat ein.
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